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Festgeldanlage

So legen Sie mit Festgeld an

Die Festgeldanlage ist eine der beliebtesten Geldanlagen in Deutschland. Bis zu 17 Mio. Haushalte waren 2017 im Besitz eines Festgeldkontos. Die Sicherheit der Anlage scheint für die meisten Deutschen attraktiv zu sein.

Warum also nicht auch für Sie?

Wenn Sie sich schon Fragen gestellt haben, wie „Was ist ein Festgeldkonto?“ oder „Wie sicher ist Festgeld?“ sind Sie auf dem richtigen Artikel gelandet. Wir klären darüber auf, worauf Sie bei der Wahl einer Festgeldanlage achten müssen und mit welchen Renditen Sie rechnen können.

Was ist eine Festgeldanlage?

Die Festgeldanlage bezeichnet eine auf Profit aufgelegte Geldanlage auf einem Termingeldkonto bei einer Bank oder einem sonstigen Kreditinstitut.
Im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto kann das eingelegte Geld während der Anlagezeit nicht verfügt werden. Es ist somit kein Konto, dass im Alltag verwendet werden kann.

Geldleihe an die Bank

Der Inhaber des Kontos verleiht sein Geld sozusagen an das entsprechende Kreditinstitut. Eine Beschreibung als umgekehrter Kredit wäre somit treffend. Das Institut verwendet die verliehene Summe ihrerseits für eigene Geldgeschäfte. Im Gegenzug für die Geldleihe, gewährt dem Kreditinstitut dem Geldleiher einen Zinssatz. Dieser kann entweder fix oder variabel sein. Welche Art von Verzinsung gewählt wird, hängt stark von der aktuellen Situation des Marktes ab.

Keine Möglichkeit des Totalverlustes

In jedem Fall ist der Totalverlust der Geldeinlage ausgeschlossen. Die Bank ist verpflichtet, dem Einleger sein Geld nach Ablauf der vereinbarten Frist zurückzuzahlen. Daher gilt das Festgeld als eine der sichersten Geldanlagen überhaupt.

Rechtliche Grundlage

Die Festgeldanlage, oder auch Termingeldgeschäft, ist als Kreditgeschäft unter § 1 Abs. 1 KWG geregelt. Es wird als Bankgeschäft kategorisiert, weshalb für die Durchführung in Deutschland eine Erlaubnis der BaFin, der deutschen Bankenaufsichtsbehörde notwendig ist. Alle Kreditinstitute, die Festgeldanlagen anbieten, unterliegen aufgrund der EU-Gesetzgebung der Mindestreservepflicht. Sie müssen zudem an die gesetzlich EU-Einlagensicherung angeschlossen sein, die eine Sicherung in Höhe von 100.000 € für jedes Konto vorsieht. Viele Kreditinstitute sind darüber hinaus freiwilligen Einlagensicherungen angeschlossen.

Vor- und Nachteile

Wie jedes Anlageninstrument bietet die Festgeldanlage unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen überwiegend in der Sicherheit.

Vorteile:

  • Hohes Maß an Planbarkeit: Die Festgeldanlage bietet ein hohes Maß an Planbarkeit für Ihre Finanzen. Bevor Sie eine Einlage tätigen, wissen Sie bereits, welche Rendite Sie erwartet und wann Sie Ihre Rückzahlung erhalten. Sie erhalten somit eine bessere Planbarkeit als etwa bei Aktien, Anleihen oder ETFs. Wenn Sie eine bestimmte Summe für einen genauen Zeitraum investieren möchten, ist das Festgeld eine gute Wahl.
  • Hohes Maß an Sicherheit: Die Festgeldanlage verpflichtet das Kreditinstitut zur Rückzahlung der vereinbarten Summe. Es besteht somit keine Möglichkeit des Totalverlustes, auch bei dramatischen Wendungen am Markt. Zudem genießt der Inhaber eines Festgeldkontos in Deutschland und in der EU den Schutz des Kontos durch eine Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 €.
  • Keine unvorhersehbaren Kosten: Es können keine unerwarteten Kosten entstehen, wie bei anderen Geldanlagen in Form von Transaktionsgebühren oder Abwechslungsgebühren. Der genaue Kostenrahmen steht vor der Einlage fest, auch wenn sich der Markt ändert.
  • Fixe und garantierte Rendite: In der Regel geht die Festgeldanlage mit einer fixen Verzinsung einher. Die Verzinsung ist vertraglich festgelegt und muss vom partizipierenden Kreditinstitut gezahlt werden, auch wenn der Marktzins sinken sollte und für die Bank ein Verlust entsteht. Somit ist die Festgeldanlage eine krisensichere Alternative.
  • Rechtliche Sicherheit: Die garantierte Rendite kann im Zweifel eingeklagt werden. Innerhalb Deutschlands aber auch in der EU sichert ein hohes Maß an Rechtssicherheit die Rückzahlung der Einlage. Zudem sichert die EU-Gesetzgebung die Einlage durch die Einlagensicherung bis zu einer Einlage von 100.000 €, die aus einem externen Fonds gezahlt wird, sollte das beteiligte Kreditinstitut pleitegehen.
  • Möglichkeit zur Anlage im Ausland: Die Höhe der Zinseinlagen variieren innerhalb und außerhalb die EU. So bieten manche osteuropäische Länder teilweise bessere Zinsen als deutsche Kreditinstitute. So kommt es nicht selten vor, dass Anleger Geld nach Russland überweisen, um von den dort herrschenden besseren Zinsen zu profitieren.

Nachteile:

  • Keine überragende Rendite: Die Rendite ist zwar sicher, doch nicht überragend hoch. Bei der Festgeldanlage überwiegt die Sicherheit, nicht die Aussicht auf hohe Erträge.
  • Aktuell herrschen niedrige Zinsen: Aufgrund des Niveaus des Leitzinsens leben wir aktuell in Zeiten der Niedrigzinsen. Dadurch liegt der Zinssatz deutlich niedriger als etwa vor wenigen Jahren.
  • Vorzeitige Kündigung geht mit Renditeverlust einher: Während der Laufzeit liegt das Geld fest auf dem Konto. Soll auf die Gelder vor Ablauf zugegriffen werden, muss mit einem Verlust der Zinsen gerechnet werden.

Dauer einer Festgeldanlage

Die Dauer einer Festgeldanlage kann von Ihnen gewählt werden. Sie ist abhängig vom jeweiligen Angebot. In der Regel können Fristen zwischen 1 Monat und 10 Jahren gewählt werden. Häufige Etappen sind in 60 oder 90 Tagen Abstand möglich. Die Länge der Laufzeit bestimmt allerdings in der Regel die Höhe der Zinsen. Insgesamt sollte eine Laufzeit gewählt werden, welche die Rendite maximiert. Ab einer bestimmten Laufzeit ist keine Steigerung der Rendite mehr möglich, weshalb niemals eine Laufzeit über diesen Zeitpunkt hinaus gewählt werden sollte.

Typische Laufzeiten sind:

  • 60 Tage
  • 90 Tage
  • 180 Tage
  • 1 Jahr
  • 2 Jahre
  • 5 Jahre
  • 10 Jahre

Zinsen einer Festgeldanlage

Die Verzinsung auf Ihr festeingelegtes Geld ist die Rendite Ihrer Festgeldanlage. Sie unterscheiden sich stark von Angebot zu Angebot. Auch die Lage des Kreditinstitutes beeinflusst den Zinssatz.
Zudem steigen die Zinsen mit höherer Laufzeit.
Üblich sind Zinssätze zwischen 1 bis 2 % p.a.
Im EU-Ausland oder auch außerhalb der EU können höhere Zinsen erwirtschaftet werden. Zinssätze bis zu 5 % sind hierbei möglich.

Ausschüttung

Die klassische Festgeldanlage sieht eine Ausschüttung zum Ende der Laufzeit vor. Manche Angebote sehen jedoch eine Flexibilität der Ausschüttung vor. So können Teilbeträge bereits nach Ablauf einer bestimmten Zeit ausgezahlt werden. Dadurch wird eine Staffelung ermöglicht.

Sicherheit

Die Rückzahlung der Festgeldanlage durch das Kreditinstitut ist rechtlich garantiert. Anleger können somit auf ein hohes Maß an Sicherheit vertrauen. Der Anspruch auf das Geld kann eingeklagt werden, unabhängig von dem wirtschaftlichen Zustand des Instituts oder den Entwicklungen am Markt. Zudem sichert die europäische Einlagensicherung die Anlage gegen einen Totalausfall ab. Die Kreditinstitute müssen in einem externen Fonds die Einlagensumme gesetzlich bis zu 100.000 € abgesichert haben. Häufig sind Banken an eine höhere freiwillige Einlagensicherung angeschlossen.

Risiken

Wie jede Investition, geht auch nicht die Festgeldanlage ohne Risiken einher. Auch wenn sie vergleichsweise gering sind, müssen sie in Betracht gezogen werden. Sie können vor allem die Rendite betreffen.

  • Inflation: Die steigende Inflation kann die Rendite der Festgeldanlage bedrohen. So muss der Zinssatz über der Inflationsrate liegen, die im letzten Jahr schon bei 1,8 Prozent lag. Ein Zinssatz darunter würde sogar einen Geldverlust bedeuten.
  • Niedrigzinsen: Die Niedrigzinsen haben die Attraktivität der Festgeldanlage negativ beeinflusst. So existieren teilweise sogar Negativzinsen. Anstatt eine Rendite auf das eingelegte Geld zu zahlen, nehmen Kreditinstitute selber einen Zinssatz. Prüfen Sie daher die Bedingungen Ihrer Einlage genau!
  • Einlagensicherung im Ausland: Wenn Sie auf eine Geldanlage im Ausland vertrauen, sollten Sie in Betracht ziehen, dass zwar eine europaweite Einlagensicherung existiert, doch nicht in jedem Land diese so zuverlässig ist wie in Deutschland. Manche Staaten sind nicht der Lage die Einlagensicherung zu sichern, da sie selber nicht über die finanziellen Mittel verfügen.

Fazit

Die Festgeldanlage ist eine vergleichsweise sichere Einlage. Sie dient der Sicherung eines bestimmten Zinssatzes und der Rückzahlung Ihres Geldes über einen bestimmten Zeitraum. Aufgrund der Inflation und der anhaltenden Phase der Niedrigzinsen müssen die Angebote genau ausgewählt werden, damit kein Verlust erwirtschaftet wird.